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Stellenanzeige – Worauf Unternehmen bei der Mitarbeitersuche achten müssen

Veröffentlicht am Freitag, den 29. Dezember 2017

Eine Stellenausschreibung, die lediglich stichpunktartig Voraussetzungen, Tätigkeiten und Kontaktmöglichkeiten zum Unternehmen auflistet, ist zum Glück endlich im Begriff, auszusterben. Denn eine Stellenanzeige muss den Bewerbern heute viel mehr bieten als früher – immerhin hat sich bei der Jobsuche das Spannungsfeld zwischen Bewerber und Arbeitgeber längst gedreht: Unternehmen bewerben sich beim Bewerber.

Wozu dient eine Stellenanzeige?

Auf den ersten Blick steht bei einer Stellenausschreibung die Eignung des potenziellen Kandidaten für den Job im Fokus. Jedoch fordert eine Ausschreibung viel mehr von einem Unternehmen, wenn es erfolgreiches Recruiting betreiben möchte – und bietet gleichzeitig hervorragende Chancen, einen bleibenden Eindruck bei der Jobsuche des Bewerbers zu machen.

Eine Stellenausschreibung dient im engeren Sinne nämlich primär dazu, seine eigene Employer Brand nach außen hin attraktiv zu präsentieren. Das gilt übrigens für die eigene Karriereseite genauso wie für Stellenausschreibungen auf einer Stellenbörse.

Im Personalmarketing ist eine starke Arbeitgebermarke bekanntlich nicht nur dafür da, neue Mitarbeiter zu gewinnen, sondern auch, das bestehende Personal langfristig an sich zu binden. Warum das für eine Stellenausschreibung relevant ist? Weil ein Unternehmen sich hier auf keinen Fall verstellen sollte. Die Benefits, die neuen Arbeitnehmern geboten werden, gelten schließlich auch für die aktuellen. Das Thema Stellenanzeige reiht sich also nahtlos ein in ein gut funktionierendes Marketing.

Wie sieht eine gute Stellenanzeige aus?

Klare, ehrliche und authentische Einblicke in den zukünftigen Beruf sind unabdingbar, wenn es darum geht, der Bewerberin oder dem Bewerber klarzumachen, welche Aufgaben auf sie oder ihn zukommen. Will heißen: Auf Textbausteine muss verzichtet werden, um individuell auf die Stelle und das Angebot einzugehen, das den Kandidaten geboten wird – auch und gerade, wenn mehrere Stellen auf einmal ausgeschrieben werden.

Eine Win-Win-Situation für beide Seiten: Je transparenter der fachliche Einblick in der Ausschreibung ist, desto besser kann ein Bewerber einschätzen, ob er sich für den Job eignet.

Was sind beispielhafte Aufgaben aus dem Berufsalltag, die auf den Bewerber zukommen? Welche Programme oder Tools werden dazu genutzt? Warum wird die Arbeit im Team wirklich großgeschrieben? Vielleicht sind es abteilungsübergreifende Projekte, die tatsächlich nur ein „echter Teamplayer“ erledigen kann. Hier gilt: Konkret werden! Möglichst direkte Ansprechpartner (und keine info@-Adresse) signalisieren dem Kandidaten oder der Kandidatin, eine unmittelbarere Ansprache beim Bewerbungsverfahren zu wählen. Eine klare Job-ID, die das Stellenangebot klar zuordnen lässt, hilft zudem sowohl Firma als auch Bewerber bei der Jobsuche.

Wie kann man in Stellenanzeigen seine Employer Brand stärken?

Ob Ausbildung, Praktikum, Traineeship oder Werkstudent – die menschliche Komponente nimmt bei der Suche nach der geeigneten Fachkraft eine entscheidende Rolle ein. Wie man diese im Stellenangebot so einsetzen kann, dass man gleichzeitig die eigene Arbeitgebermarke stärkt? Indem man die Bedeutung des Cultural Fit für beide Seiten deutlich macht. Denn kaum ein anderer Begriff repräsentiert die Eignung eines Kandidaten besser als dieser. Die meisten Unternehmen haben verstanden, dass die Arbeitsumgebung wichtiger ist, als strikte Aufgabenerteilung. Für die Stellenanzeige bedeutet das, ehrliche Einblicke in die Unternehmenskultur zu gewährleisten. Sich selbst als heterogenes Team zu zeigen, dass auf der Suche nach Individualisten ist, bringt viel mehr, also von Bewerber, Job und Arbeitgeber als große Unbekannte zu sprechen. Dass jeder so sein darf, wie er ist, eröffnet dem Bewerber neue Perspektiven: Er darf seine Persönlichkeit zeigen – und wird mitunter motiviert, vom klassischen Bewerbungsschreiben abzuweichen, um aufmerksam auf sich zu machen.

Als Arbeitgeber darf man aber auch ehrlich sagen, wenn nicht so viel Wert auf Individualität gelegt wird. Je nach Branche gibt es genug Firmen, die bei einem Kandidaten auf Stellensuche eben nicht darauf setzen. Auch hier gewinnt Ehrlichkeit.

Bei der Stellenausschreibung geht es aber auch um die Benefits eines Arbeitgebers, von denen man als potenzieller Mitarbeiter profitieren kann – seien es Social Benefits oder Corporate Benefits. Zur Mitarbeitermotivation gehört schließlich mehr, als täglich acht Stunden zu arbeiten. Eindrücke von Teamevents, finanzielle Anreize oder Einblicke in die Räumlichkeiten schaffen Nähe und stärken auf dem umkämpften Stellenmarkt die Employer Brand.

Welche Formate sollten in einer Stellenanzeige genutzt werden?

Es ist ein Medienmix, der die Aufmerksamkeit potenzieller Bewerber bei der Stellensuche auf ein Unternehmen lenkt. Noch immer haben viele Personaler nicht verstanden, dass nicht nur der Kandidat in der Bewerbung mit Individualität überzeugen muss, sondern das Unternehmen selbst auch in der Stellenausschreibung mehr zu leisten hat als eine Wall of Text. Bei der Stellensuche, die heute online stattfindet, bieten sich verschiedenste Formate an. Auch wenn einige Informationen zum Job in Textform gegeben werden sollten (genaue Jobbezeichnung, die Frage nach Teilzeit oder Vollzeit oder explizite fachliche Anforderungen), bieten sich für die sozialen Komponenten etwa Videos an. In kurzen Clips können Mitarbeiter ihren zukünftigen Kollegen direkt ansprechen und mit einem Schwenk auf den leeren Schreibtisch signalisieren: Dieser Platz gehört dir.

Eine Fotostrecke vom letzten Teambranding-Event zeigt den Zusammenhalt der Mitarbeiter und ermöglicht den zwischenmenschlichen Kontext im Stellenangebot.

Vorteile, seine offenen Stellen gebündelt bei einem Jobportal anzubieten

  • In der Regel größere Reichweite als eigene Karriereseiten.
  • Der Unternehmensauftritt ist individueller als bei einer reinen Jobbörse.
  • Die Ansprache ist sehr nah an einer bestimmten Zielgruppe.
  • Jobportale bieten oft zusätzlich gezielt Recruiting im Social Web an.
  • Auch der Einsatz unkonventioneller Wege wie Influencer im Personalmarketing ist möglich.
  • Durch Links zu Ratgeberthemen können Tipps bei der Bewerbung angeboten werden.

Wie genau muss ein Bewerber auf die Stellenanzeige passen?

Viele Bewerberinnen und Bewerber schrecken davor ab, ihre Bewerbung abzuschicken, wenn sie bei der Stellensuche nicht alle Anforderungen für den Job erfüllen. So müssen viele Arbeitgeber durch ein zu klassisches Denken bei der Stellenausschreibung auf große Talente verzichten.

Tipp: Das Stellenangebot mit dem Vermerk „Quereinsteiger willkommen“ zu versehen, motiviert eine viel größere Gruppe, sich auf diesen Job zu bewerben.

Traditionelle Einstellungskriterien wie Schulnoten sind längst nicht mehr das entscheidende Qualitätsmerkmal für einen Job. Vielmehr ist ein überzeugender persönlicher Auftritt oft viel mehr Wert. Die gewünschte Erfahrung ist im Lebenslauf nicht abgebildet, aber der Rest überzeugt? Vielleicht ist es ein starker erster Satz im Anschreiben, ein sympathisches Telefonat oder die kreative Videobewerbung – Unternehmen müssen den Mut beweisen, eben solche Bewerber einzuladen.

So wie die Stellenanzeige nur die erste Hürde für den Bewerber ist, ist die Bewerbung die erste Hürde für das Unternehmen. Der persönliche Austausch ist entscheidend.

Bildquelle: Rawpixel/unsplash.com, Carl Heyerdahl/unsplash.com

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Kerstin Reese Kerstin Reese
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